Agentic AI 2026 - Noch etwas underwhelming

Es lag lange Zeit ein ID91 Mini-PC in meiner Schublade, mit Aufkommen des Hypes um OpenClaw habe ich den wieder aktiviert und mich ins Agentic Game geworfen. Unterm Strich jedoch mit ernüchternden Ergebnissen.

Lokal mit LLMs Aufgaben erledigen mache ich schon eine ganze Weile, mit BMAD und GSD habe ich in Kombination mit ein paar Anthropic Modellen einfache Software geschrieben und durch ellenlange Spec-Sessions "approved". Doch so ganz den Durchbruch mit Agentic habe ich bisher nicht geschafft. Auf LinkedIn habe ich kurz etwas zu den Erfahrungen mit OpenClaw geschrieben. Im Frühjahr 2026 fühlt sich der Ansatz des OpenClaw jedoch etwas antiquiert an, ab jetzt regiert Hermes.

Den ans Laufen zu kriegen war überschaubar einfach, frisches Ubuntu auf den Mini-PC, Telegram-Bot eingerichtet und am Ende soll alles lokal laufen. LMStudio auf dem M4 Pro gestartet, SearXNG und firecrawl bereitgestellt und den Agenten mit Qwen 3.5 27B (Boah wie laaaaahm) und dann DeepSeek R1 Distill Qwen 32B Q4_K_M (besser, aber auch lahmer als in der Cloud) genutzt. SearXNG mag Hermes noch nicht, aber ein lokaler Chrome-Browser existiert und irgendwie suchen sollte doch schon möglich sein. Dann aber die Ernüchterung.

Konfiguration ist umfassend, im Grunde kann der Agent machen, was er will (Docker Container gehören ihm, Web-Zugriffe darf er machen, MEMORY.md und SOUL.md darf er gerne schreiben), aber unsere Konversation sieht dann ungefähr so aus:

Im Dateisystem ist nirgendwo eine MEMORY.md zu finden. Er versteigt sich sogar zu der Aussage:

Die memory.md-Datei wird nicht explizit im Dateisystem gespeichert. Stattdessen werden die Informationen, die du mir mitteilst (wie deine Präferenzen oder Kriterien), intern in meinem System verwaltet und nicht als physische Datei abgelegt.
Wenn du nach anderen Dateien suchst, die mit meinem Betrieb verbunden sind, befinden sich diese meist im Verzeichnis ~/.hermes auf deinem lokalen System. Doch für den "Memory" selbst gibt es keine separate Datei wie memory.md.

Ähm, doch. Siehe: https://hermes-agent.nousresearch.com/docs/user-guide/features/memory/

Two files make up the agent's memory:
FilePurposeChar Limit
MEMORY.mdAgent's personal notes — environment facts, conventions, things learned2,200 chars (~800 tokens)
USER.mdUser profile — your preferences, communication style, expectations1,375 chars (~500 tokens)
Both are stored in ~/.hermes/memories/ and are injected into the system prompt as a frozen snapshot at session start. The agent manages its own memory via the memory tool — it can add, replace, or remove entries.

Dann gebe ich für den Moment auf und versuche eine simple Websuche. web_search ist aktiviert, sollte also laufen mittels Chrome, firecrawl hilft, Webseiten sinnvoll lesen zu können. Der Realitätscheck ist leider negativ:

Klar kann ich jetzt ewig Zeit in das Setup stecken, aber ich bleibe dabei: Der Hype um Agentic-Systeme ist derzeit aus meiner Sicht echt übertrieben. Out of the box sind die wenigsten brauchbar. Wenn, dann nur gegen Einwurf der eigenen Kreditkarte und am ehestem im Kontext der großen Plattformen. Im Eigenbau muss man sich schon gehörig auskennen (und zum Beispiel den Krampf mit firecrawl überstehen, wenn man lokal laufen will und es leider keine offiziellen Docker Images gibt).

Kommentare

Sign up for more like this.