Web 3, Metaverse, NFTs

Stephan Hochhaus · December 9, 2021

Ich gestehe, das Thema Blockchain fand ich zu Beginn durchaus interessant. Allerdings hat mich bisher kein Use-Case so wirklich überzeugt, wo eine andere technische Lösung nicht besser oder zumindest gleichauf wäre. Nach verschiedenen Hype-Zyklen rund um Kryptowährungen scheint mit Web3 und NFTs wieder etwas Geschwindigkeit in das Thema zu kommen.

Ebenfalls groß im Kommen ist das sogenannte Metaverse. Vergleichbar mit der Oasis aus Ready Player #1 steht das Metaverse für das bessere Second Life. Als verteiltes System in Echtzeit bringt es Menschen virtuell zusammen und uns ein Stück näher an die Entkörperung der Matrix. Physische Einschränkungen - wie kilometerweite Distanzen - spielen dann noch weniger eine Rolle als heute schon.

Wir alle kennen das Social Web oder Web 2.0 als das API-getriebene, asynchrone Netz mit ein paar Big Playern, wo zwar Standards existieren aber de factor nur einige wenige Plattformen wirklich eine Rolle spielen. Aufgrund von FAANG sahen nicht nur Netzaktivisten das ehemals so dezentrale Netz in Gefahr.

Web3 soll wieder offener werden, powered by Blockchain. Im Kern wird das Netz damit zur ultimativen (wenn sie das nicht schon war) E-Commerce-Plattform. Identity Management wird essentiell, wenn man sich nicht mehr bei Compuserve oder eben Facebook anmeldet und mit deren Autorisierung Dienste in Anspruch nimmt. Ohnehin ist es fraglich, ob im Social Web dank Bots und AI-basierter Profile noch lange ausreichend Substanz existiert für weiteres Interesse und Wachstum. Die Nachrichten vom Mitgliederschwund bei den großen Plattformen häufen sich in den letzten Jahren. Der Reiz des Neuen ist verflogen und die strukturellen Contra-Punkte wiegen mit der Zeit immer schwerer.

Wir bewegen uns in Zukunft also - bestenfalls sogar mittels Datenbrille und VR - durch das Metaverse, welches nicht von einem sondern zahlreichen Anbietern betrieben wird. Dort können wir unsere Identität mitbringen und selbst verwalten (endlich sehe ich die Möglichkeit am Horizont, nicht 32 Mal meine Zahlungsdaten bei den Weihnachtseinkäufen eingeben zu müssen) und sowohl physische, aber auch virtuelle Güter kaufen. Auftritt: NFTs.

Non Fungible Tokens (NFT) sind heute schon der heiße Shit bei denen, für die Bitcoin zu Mainstream ist. In einer Blockchain wird abgelegt, dass mir ein bestimmtes JPEG gehört, ganz ähnlich wie die Besitzurkunden für Sterne, die im letzten Jahrtausend gerne mal unter der Tanne lag. Die fette Knarre im Spiel, die es nur einmal geben kann, scheint ein Paradebeispiel für ein NFT zu sein.

Ähnlich wie bei Blockchain sind die Themen gerade hoch im Hype-Cycle. Niemand kann sagen, ob sich das Web3 durchsetzen wird und wie genau es aussehen wird. Sicher ist, dass das Potential riesig ist und - auch wenn ich noch reichlich skeptisch bin - durchaus einige positive Punkte im Fahrwasser des nächsten Netzes auf uns zukommen. Ich werde mir das bei Gelegenheit mal näher anschauen.

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